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27.10.2016
, Gerresheim
Sana Krankenhaus Gerresheim bietet Entbindung mit Lachgas an
„Lachen ist die beste Medizin“

Neun Monate voller Freude, Zittern und Warten auf diesen einen Moment – das Wunder der Geburt. Nicht selten ist dieser Tag auch mit einer bangen Vorfreude verbunden: wie werden die Wehen sein und wie stark ist der Entbindungsschmerz? Bei letzterem kann die Medizin helfen, werdenden Müttern können eine Vielzahl an Entspannungsmöglichkeiten oder an Schmerzlinderung angeboten werden. Ob Wassergeburt, Akupunktur, Hypnobirthing oder eine Periduralanästhesie, kurz PDA genannt, die Möglichkeiten sind vielfältig. Nun haben werdende Mütter am Sana Krankenhaus Gerresheim erstmals auch die Möglichkeit, ihre Geburtsschmerzen mittels Lachgas zu mindern.

Lachgas als Ergänzung zur PDA

Der Wunsch nach einer sanften und natürlichen Geburt nimmt bei werdenden Müttern stetig zu. Schmerzlindernde Mittel sollen da einen möglichst geringen Einfluss auf den Ablauf der Geburt und auf das Baby haben. Eine wirklich nachweisbare schmerzsenkende Wirkung zeigen jedoch nur die Periduralanästhesie und Lachgas. „Lachgas wird in Deutschland selten eingesetzt, obwohl man seine Wirkung medizinisch nachweisen kann und es sehr nebenwirkungsarm ist. Es eignet sich hervorragend zur Schmerzbekämpfung erklärt Dr. Meltem Kosan, Chefärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am Sana Krankenhaus Gerresheim. Sie ist eine von wenigen Ärzten, die Lachgas als schmerzlinderndes Mittel während der Geburt einsetzen. Dabei liegen die Vorteile einer Lachgasbehandlung auf der Hand. Das Gas zeigt seine Wirkung schnell, auch unmittelbar vor einer Wehe. Denn einmal eingeatmet flutet das Gas das Gehirn direkt. „Unsere Patienten tragen Atemmasken und können per Knopfdruck die Zufuhr von Lachgas auslösen. So ist eine individuelle Dosierung möglich und jede Frau kann auf das eigene Schmerzempfinden reagieren. Wie stark das Mittel wirken soll, beeinflusst sie auch durch die Tiefe ihrer Atemzüge. Dabei verschwindet der Schmerz jedoch nie komplett, seine Stärke wird lediglich herabgesetzt. „Anders als bei der PDA spüren Frauen so noch die Presswehen, die Wehentätigkeit wird nicht behindert“, weiß Dr. Kosan. Zudem kann Lachgas auch eingesetzt werden, wenn die Geburt schon sehr weit fortgeschritten ist. Auch können Frauen, die bisher auf Grund ihres Gesundheitszustandes keine PDA erhalten konnten wie zum Beispiel bei einer Blutgerinnungsstörung, Lachgas zur Schmerzminderung einatmen. Die Gefahr einer Unterversorgung der Patientin an Sauerstoff, wie es in der Vergangenheit durch eine Überdosierung von Lachgas möglich war, besteht heute nicht. Der Grund ist simpel: „Das Sauerstoff/Stickstoff Gemisch ist anders dosiert als es früher der Fall war, in der Geburtshilfe findet das Gemisch ausschließlich in einem 50:50 Mischverhältnis zu Sauerstoff Verwendung“, so die Gynäkologin.

Für die Expertin ist Lachgas eine empfehlenswerte Methode zur Schmerzbekämpfung während der Geburt, insbesondere, da es nach dem heutigen Stand der Wissenschaft keinerlei Einfluss auf das Baby hat. Doch es gibt auch Indikatoren, die eine Schmerztherapie mit Lachgas ausschließen. Zu diesen zählen unter anderem Herzinsuffizienz, kardinale Dysfunktionen sowie ein Mangel an Folsäure oder Vitamin B12. Schwangere, die sich für eine Entbindung mit Lachgas interessieren, sollten daher vorab mit ihrer Hebamme oder ihrem Frauenarzt sprechen und sich in einer Klinik, die diese Schmerztherapie anwendet, informieren und beraten lassen.

Kontakt

Katharina Stratos
T. (0211) 2800 3728
M. (0151) 613 785 31
E-Mail: katharina.stratos@sana.de